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Chris, Paul and Roddy 1966

Sagt Dir der Name Trini Lopez etwas? Nein? Dann warst Du Anfangs 60er Jahre entweder nicht "in" oder noch nicht "around".

Also: Trini Lopez hatte 1963 mit seinem Trio das erste Hitalbum, live mit einem mitgrölenden Publikum aufgezeichnet. Es war sowas wie "James Last im Kleinformat" und natürlich nicht deutsch, sondern US-mexikanisch. Drei seiner damaligen Hits waren "America" (aus West Side Story), "If I had a hammer" und "Twist and Shout". Twist war sowieso in. (Für alle Greenhorns: Twist war ein Tanz, den man am besten mit einem Badetuch erlernte, mit dem man sich symbolisch den Rücken abtrocknete. Twist war DIE Sensation der 60er Jahre).

Dieser Trini Lopez, der im Trio Massen begeistern konnte, war mein Vorbild für ein Party-Trio. Wenn Leute mit einem kleiner Budget Stimmungsmusik ohne Humba Tätärä wollten, dann kamen wir.

Bibe Schürch, Fred Lüthi, Christian Hunziker, Fabio RighettiDie Gründungsmitglieder waren neben mir Roddy Ackermann am Schlagzeug und Fred Lüthi am Bass. Ich war damals zu bequem, meine Banjokenntnisse aufzugeben und echt Gitarre zu lernen. Also kaufte ich mir eine 4saitige "Peter Kraus" Gitarre (erinnerst Du Dich noch an Peter Kraus?) von Framus, auf die ich (glaub' ich) Banjo Saiten aufzog.

Unser Repertoire hing allein von mir ab, doch da ich etwa 100 American Standards via Buddy Greco, Frank Sinatra und Ella Fitzgerald gelernt hatte, und die damaligen Hits mit vier bis sechs Akkorden auskamen, gab es nie musikalische Probleme, höchstens akustische, da Verstärkeranlagen entweder viel zu teuer, zu schwer oder zu schlecht waren, doch irgendwie ging's immer. Und meine Stimme peppte ich mit den Echo Effekt meines Revox G36 auf.

Wann wir den ersten Auftritt hatten, weiss ich nicht mehr, doch es folgten deren viele. Wir nannten uns "The Curnels" (wie waren wir bloss auf diesen Namen gekommen?).

Wenn die Party-Veranstalter etwas tiefer in die Tasche greifen konnten, kamen wir zu viert. Gymerkollege Fabio Righetti spielte Klavier und konnte somit unser Klangspektrum wesentlich erweitern, da ich bei guter Gage auch noch das Vibraphon anschleppte.

Immer öfter war Roddy als Drummer anderweitig beschäftigt (auch mal für längere Zeit mit Vico Torriani - ahem). Dann war Bibe Schürch für den Rhythmus besorgt.

In der Quartettbesetzung spielten wir - um ein paar wenige Beispiele zu nennen - im Hotel Gurten Kulm für den medizinischen Bezirksverein, im Casino Bern für einen Anlass der Singstudenten, im Kreuz in Kriegstetten an einer grossen Hochzeit und ein paar mal fungierte ich sogar als Schlagzeuger mit Fabio und Fred im Trio, wenn Bibe nicht kommen konnte.

Das Jahr 1965 begannen wir im Quartett in Hotel Seefels in Biel. Wir spielten 7 Std., nur unterbrochen durch ein paar Einlagen einer Hula-Truppe (aus Basel, nicht aus Hawaii). Jeder erhielt netto 200 Franken und wir konnten uns sogar René Becher als Fahrer und Roadie leisten.

Hier ein Bild der "Curnels", später auch als "College Combo" Tanzkapelle bekannt, vom 30. Januar 1965. Wir spielten am Helveterball im Hotel Bellevue in Bern. Laut Tagebuch beendeten wir den erfolgreichen Auftritt mit einem 20minütigen "Twist and Shout". Danach war meine Stimme weg, dafür mein Portemonnaie um 150 Franken dicker.

Die "Curnels" mit Bibe Schürch, Fred Lüthi und Fabio Righetti

Im Trio, also mit Fred und Roddy, hatten wir ebenfalls immer wieder Auftritte wie z.B. am 27. März 1965 bei den Mormonen in Basel. Tags zuvor hatte mich jemand in die "Geheimnisse des Letkiss" (ein kurzlebiger Modetanz) eingeführt, 24 Stunden später spielte ich Conférencier und lehrte der ganzen Gesellschaft eben diesen Tanz. Ergebnis: Riesenerfolg, gute Gage und "glachet hämmer, glachet!"

Christian Hunziker, Fred Lüthi, Roddy Ackermann

Das Curnels Trio am Femina Ball am 28. Jan 1966: Verstärkung via Revox und HiFi Anlage

Zwar hatte ich mal versucht von den "Curnels", dem Trio, Aufnahmen zu machen. Die Akustik unseres Übungsraums im Städt. Gymnasium (wo Freds Vater als Abwart amtete), war für Aufnahmen unbrauchbar und im weiteren stellte ich fest, dass Fred Lüthi für Auftritte gut, für Aufnahmen jedoch zu unexakt intonierte. Also fragte ich Paul von Ah, den ich vom Fischer Sextett her kannte, ob er ... und er kam.

Am 18. Juli 1966 mietete ich das Radio Studio inkl. Techniker Peter Bohren. Innert 4 Stunden spielten wir ein gut 30minütiges Programm ein. Hier drei Songs daraus:

Let's fall in Love

1'35 - 740 KB

Making whoopee

3'10 - 1.4 MB

Sing a little melody

1'42 - 788 KB

Und einige Schnappschüsse, geschossen von Heidi Stettler:

Chris, Paul & Roddy
Chris, Paul & Roddy
Rod Ackermann
Christian Hunziker
Paul vonAh
Chris and Paul
Rod Ackermann
Chris and Paul
Roddy and Chris

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